Aus dem Alltag eines Tierschützers:

 

Wie vielen Lesern bereits bekannt sein dürfte haben wir zur Zeit im Tierheim Hundewelpen, die zur Zeit ein liebevolles Zuhause suchen. Die Kleinen sind Mischlinge. Die Mutter ist ein Appenzeller-Mix, der Vater ein Schäferhund-Mix. Bei uns im Tierheim wurde festgestellt, das die Mutter taub ist. Bei den zahlreichen Anfragen und Besuchsterminen kam dies auch zur Sprache und auch das die Wahrscheinlichkeit hoch ist , dass es vererbt wurde. Wir wissen, dass mindestens drei der Welpen taub sind und es bei den anderen auch möglich sein kann, da taube Hunde im allgemeinen sich deutlich mehr auf ihre anderen Sinne verlassen. Dadurch vermitteln sie natürlich den Eindruck zu hören. Letzten Endes kann es erst durch einen sehr teuren Test beim Tierarzt endgültig geklärt werden.

Gestern kam einer der bereits vermittelt geglaubten Welpen zu uns zurück, weil er taub ist. Wir möchten dies zum Anlass nehmen um potentiellen Interessenten die Ängste zu nehmen. Man kann prinzipiell zwei Gruppen von tauben Hunden unterscheiden. Hunde, die erst im Alter taub werden und solche die es von Geburt an sind. Bei ersteren kann die Taubheit zur Folge haben, dass diese Hunde deutlich mehr bellen als vorher, da sie nicht verstehen warum sich ihre Welt jetzt geändert hat. Durch liebevollen, verständnisvollen Umgang mit diesen Hunden lässt sich das Bellen ebenfalls wieder in den Griff bekommen. Unsere Kleinen gehören aber zu der zweiten Gruppe von Hunden. Sie leben bereits seit ihrer Geburt in einer stillen Welt und sie haben bereits Strategien entwickelt den fehlenden Sinn zu ersetzen. Taube Hunde sind visuell deutlich aufmerksamer, da sie den Anschluss an ihr Menschenrudel nicht verlieren möchten.  Diese  Hunde bellen auch deutlich weniger, da sie akustische Reize wie z.B. das Klingeln an der Tür oder andere Geräusche bei denen ein hörender Hund anschlägt eben nicht wahrnehmen. Die Herausforderung bei tauben Hunden liegt darin, dass der Mensch „seine Erziehung“ umstellen muss. Die akustische Eskalation wird bei ihnen nicht funktionieren. Deutliche Körpersprache und Sichtzeichen sind hier gefragt. Mitleid darf hier keine Rolle spielen. Unsere Hunde sind ganz normale Hunde, die Erziehung und Auslastung benötigen mit der kleinen Besonderheit, dass der Mensch ebenfalls neues Terrain in Thema Hundeerziehung beschreiten muss. Wenn sie die Chance bekommen, werden sie wundervolle „beste Freunde“ werden.